Die Farbe des Herbstholzes

Kurzprosa_ Short Prose, 2012
Mitter Verlag, Wels
ISBN 978-3-9503157-4-5
96 Seiten
vergriffen



Ich habe eine Höhle geformt aus den Decken und Tüchern auf unserer Matratze. Darin sitze ich und betrachte die Regale in Jakobs Zimmer. Bücherreihen und Kisten, alte Tagebücher. An der Wand die Bilder einer blonden Frau, die ein Neugeborenes hält. Es ist kühl hier, ein Geruch von altem Teppich und Holz hat sich festgesetzt. Ich stehe auf und befestige Tücher an den Regalen.
Hast du das Zimmer verschleiert?, fragt Jakob. Er lässt sich neben mich fallen.
Wenn du deine Vergangenheit nicht in Ordnung bringst, will ich sie wenigstens nicht sehen, sage ich.


'Die Farbe des Herbstholzes' verbindet kurze Prosaformen mit schwarz-weißen Fotografien. In klaren, einfachen Konstruktionen, scheinbaren Fragmenten, werden Begegnungen, Beziehungen und Wendepunkte gezeichnet. Sie stehen in Verbindung mit Momentaufnahmen aus der herbstlichen Natur: überzeichnet, nahezu gemalt muten die Fotografien an.

'Die Farbe des Herbstholzes' combines short prose pieces with black and white photography. In explicit, simple constructions, seemingly fragments, encounters, relationships and turning points are drawn. They are linked to snap-shots of autumnal nature: overbooked, picture-perfect the photographies appear.
 

Pressestimmen_ Press

Mit dem Band Die Farbe des Herbstholzes ist der Linzer Autorin Marianne Jungmaier eine Art Gesamtkunstwerk gelungen. (Ihre) Prosatexte sind Impressionen, rasch und doch gut überlegt hingeworfene Farbspritzer, Facetten eines eindeutig jungen Lebens, Momente des Liebens und Geliebt-Werdens, des Sich-voran-Tastens und des Ausreizens dessen, was möglich ist.
- Klaus Ebner, Schreibkraft/Ausgabe 24 (2013)

'Wer dieses Buch anrührt, rührt einen Menschen an'. Das Buch ist auch eine Art Therapie: gegen Gleichgültigkeit, gegen die alltägliche banale Gewalt im Zusammenleben, gegen die Uniformität des Geistes.
- Gerhard Lukesch, OÖN (2012)

So unterschiedlich die einzelnen Erzählungen sind, sie sind doch durch Topoi wie Jahreszeiten und Natur, Liebe und Abschiede verbunden. Zudem hat jede ihren eigenen Sound.
- Dominika Meindl, OÖ. Kulturbericht (2012)

In den Prosatexten und Miniaturen von Marianne Jungmaier wird geraucht, gekifft und es gibt Spuren von LSD und anderem halluzinogenem Zeug – der erzählende Blick ist aber sehr klar und in einfache, bestechende Konstruktionen gekleidet und exakt getimt, nur scheinbar sind es Fragmente, tatsächlich: Kleine Prosaformen, die sehr gehaltvoll sind (nämlich vollmundig und welthaltig). In manchen Texten ist die Musik derart laut gestellt, dass man sie nur noch undeutlich aufzunehmen vermag oder die Körper kommen einem so nahe, als würde man beim Lesen den schweißnassen Arm eines Protagonisten berühren.
- Angelika Reitzer, "Neue Texte", Alte Schmiede Wien (2011)

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